Lied vom Herumlaufen

In meiner rechten Manteltasche ist ein Loch,
da passt ne Mateflasche rein.
So streif ich nächtens um die Häuser.
Ich guck mir ihre Fassaden an
und ihre lichtenen Fenster.

Und ich hör Musik
(immer random und laut)
Und ich lauf und ich rauch
und ich such
ach, ich weiß auch nicht was.
Das ist, was ich mach.
Das ist, was ich bin.
Was denn noch?
Was denn noch?

Jeden Tag

Jeden Tag purzeln
kleine Erinnerungen in mein Zimmer.
Still wie Nachtfalter kommen sie
einfach so zur Balkontür herein.
Und jedes Mal wenn sich
leise der Vorhang bewegt
weiß ich: ach, wieder eine.
Überall auf dem Boden liegen so
Momente verstreut
und an den Wänden stapeln sich Augenblicke
nach oben.
Geruchsfetzen
Gedankensplitter
Bilderscherben
Man kann kaum noch geradeaus gehen,
muss ständig aufpassen,
dass man nirgendwo rein tritt.
Ich muss hier echt mal aufräumen
bei Gelegenheit.
Die schlechten wisch ich einfach weg.
Aber für die schönen
hab ich noch nix passendes gefunden,
wo ich sie hinpacken könnt.